Anti-Kontagionismus, der

Im 19. Jhdt. unter vielen Wissenschaftlern vertretene Überzeugung, dass bestimmte Krankheiten (v.a. die „großen Drei“, PestGelbfieber und Cholera, die Quarantänemaßnahmen auslösen) nicht durch ansteckende Partikel von Mensch zu Mensch übertragen werden können. In dieser Zeit herrscht ein Streit zwischen Vertretern des A. und ihren Gegnern, den Kontagionisten, der nicht zuletzt auch durch den hohen wirtschaftlichen Schaden, den Quarantänemaßnahmen verursachten, befeuert wird. Diese Richtung findet sich zumeist bei Republikanern und als fortschrittlich und revolutionär denkend eingeschätzten Personen wie Napoleon (vor 1800 in Ägypten), Rudolf Virchow (Berlin), Dominic Corrigan (Dublin) oder Réné Louis Villermé (Paris). Auch diese Lagerzugehörigkeit lädt den Streit politisch auf.

Vgl. Ackerknecht in Sarasin 2007

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